Muay Thai in Thailand


 

Authentisches Muay Thai in Thailand


Das Muay Thai oder auch Thaiboxen genannt ist vor allem durch Filme wie „Ong Bak“ mit Tony Jaa bekannt geworden und erfreut sich nicht nur in Thailand selbst sondern weltweit an zunehmender Beliebheit.
Muay Thai ist Thailands Nationalsport und fest in Thailands Kultur verankert. Es gibt überall im Lande verstreut hunderte von Thaiboxcamps, in denen mehrere tausend Profis zu Hause sind und entweder hauptsächlich oder neben ihrer Kämpferkarriere Kampfsportbegeisterte aus aller Welt unterrichten und zu zukünftigen Champions ausbilden.

Viele dieser Gyms variieren von der Ausstattung her stark und haben größtenteils ebenso unterschiedliche Trainingsschwerpunkte. So trifft man einerseits auf eher kleine, traditionellere Gyms, die sich oft in ländlicheren Gebieten befinden und wo überwiegend Thais auf Wettkampf trainieren oder aber auch topmoderne Gyms in touristischen Hochburgen, die sich auf ausländische Trainierende spezialisieren, die nicht unbedingt kämpfen wollen, stattdessen aber etwas für ihre Fitness tun wollen oder einfach an Kampfsport und Selbstverteidigung interessiert sind.

Das Kämpfen ist dort (und in jedem Gym) immer optional und steht, wie es oft fälschlicherweise angenommen wird, nicht zwingend im Vordergrund. Es sei denn man bittet ausdrücklich darum, für professionelle Kämpfe trainiert zu werden. Geschieht dies, kann man sicher gehen, dass man viele Stunden zusätzliches Training unter einem ehemaligen thailändischen Champion erhält und härter als alle anderen trainieren wird!

Wie man das für sich beste Thaiboxcamp findet, wie hoch die monatlichen Kosten für ein temporäres oder permantes Leben und Training in Thailand sein können und was man von einem selbst organisiertem oder geponsertem Training in Thailand generell zu erwarten hat soll hier erläutert werden, um so viele eventuell vorhandene Fragen seitens interessierter Kampfsportler wie möglich zu klären und eine Art „Brücke“ zwischen Deutschland bzw andere deutschsprachige Länder und Thailand kontinuierlich auszubauen. Eine Brücke, die einen unkomplizierteren und lebhafteren kulturellen Austausch ermöglichen soll, um das Training auch außerhalb Thailands in Zukunft authentischer gestalten zu können.

Ein Thaiboxcamp wählen: wichtige Kriterien


Bevor du dich auf die Suche nach einem geeigneten Thaiboxcamp machst, gibt es ein paar Fragen, die du dir selbst vorher durch den Kopf gehen lassen solltest, um mögliche Enttäuschungen zu vermeiden.

– Hier sind sie:

1. Was verspreche ich mir von dem Aufenthalt? Was möchte ich lernen bzw was soll das Ziel meines Trainings sein?

2. Wo stehe ich zur Zeit im Training? Bin ich Anfänger/Anfängerin und möchte ich erstmal eine solide Grundlage erlernen? Oder eher ein Fortgeschrittener, der bereits gelerntes festigen will und neue Erfahrungen dazu sammeln will oder bin ich vielleicht schon ein Profikämpfer der sich in Thailand z.B auf einen Wettkampf vorbereiten möchte? All das ist in Thailand möglich!
3. Möchte ich ein traditionelles oder eher ein moderneres Gym? Traditionell bedeutet mehr machen, weniger Sportwissenschaft. Modern: etwas mehr Theorie zwischendurch, aber teilweise eine größere Sicherheit und vermindertes Verletzungsrisiko. Achtung: egal für welches Gym du dich entscheidest, die Verantwortung für deinen Körper liegt trotzdem immer bei dir selbst! Wenn du merkst es geht nicht (mehr) oder dass etwas weh tut, dann höre auch auf deinen Körper!

4. In welcher Umgebung möchte ich in der Zeit, in der ich trainiere leben? Bangkok, Phuket, Chiang Mai oder doch ganz woanders? Die Unterschiede sind sehr groß! Du hast die Wahl zwischen idyllischer Insel, pulsierender Großstadt und traditionelle thailändische Kultur mit Bergen im Norden Thailands…

5. Welche Art Trainer – eher jemand der „old school“ ist oder eher einen moderneren Trainer?

6. Und last but not least: welche Trainingspartner wünsche ich mir? Auch das ist wichtig! Denn mit seinen Trainingspartnern verbringt man ebenfalls viel Zeit und auch von ihnen lernt man viel mehr als man denkt.

Tipp: Versuche am besten immer mit drei Arten von Menschen zu trainieren: erstens mit Leuten die noch nicht so lange dabei sind, um mit ihnen zu experimentieren, z.B. eine neue Technik im Sparring ausprobieren… Ja, das klingt gemein, aber du weißt, wie das gemeint ist. Zweitens, Menschen, die auf den gleichen Stand sind wie du – zur gegenseitigen Motivation und um einen gesunden Wettbewerb zu haben und drittens, ein paar Leute, die schon länger dabei sind als du – von diesen Menschen lernst du am meisten.

Weitere Tipps für Anfänger

1. Für blutige Anfänger ist es ratsam erst einmal die größeren und moderneren Gyms aufzusuchen, da die meisten Trainer den Umgang mit Trainierenden aus anderen Ländern gewohnt sind, diese Gyms sehr gut eingerichtet sind und die Trainer dort ausreichend Englisch sprechen. Diese Art von Gyms befinden sich meist in den touristischen Hochburgen wie zum Beispiel Phuket, Pattaya etc.

In den ländlicheren bzw von Touristen weniger überlaufenen Gebieten Thailands gibt es kleinere Gyms, die fast ausschließlich von Thais frequentiert werden. Hier schafft man es als Anfänger ohne Thaikentnisse und ohne eine Empfehlung eines anderen Kämpfers oder einer Person, die engen Kontakt zu dem Gym hat, eher schwierig ins Training aufgenommen zu werden.

2. Bedenken sollte man auch Dinge wie die lokale Kämpferszene. Wenn man kämpfen will, sollte man entsprechende Gyms aussuchen. Für Neulinge, die zum ersten Mal kämpfen wollen ist z.B. eher Phuket geeignet, da sich hier die meisten ausländischen Kampfanfänger befinden und die Wahrscheinlichkeit einen Gegner zu bekommen der einen ähnlichen Trainingsstand hat größer ist als z.B. in Bangkok. In Bangkok gibt es mehrere Gyms, in denen Trainer kaum bis kein Englisch sprechen und sich weitestgehend eher auf thailändische Kämpfer oder weit fortgeschrittene Ausländer konzentrieren.

Fazit:

Welches Ziel man hat, welche Art von Training und welche Atmosphäre man sich wünscht, sollte man sich also gut im Voraus überlegen und dann vor Ort – sofern es geht – eventuell nochmal mehrere Thaiboxcamps in unterschiedlichen Regionen des Landes anschauen und nochmal eigene Schlüsse ziehen. Zumindest, wenn man vorhat permanent in Thailand zu leben.

Kleine Anmerkung: Diese Seite soll lediglich als erste Anlaufstelle für Interessierte dienen und einen schnellen Überblick verschaffen! Es gilt immer: alles kann, nichts muss und vieles ist natürlich auch subjektiv! Es gibt immer und überall die eine oder andere Ausnahme und man macht sich – egal was man von anderen hört, liest oder gezeigt bekommt – am besten immer selbst ein Bild.

Das Training


Das Muay Thai Training in Thailand ist – meiner Meinung nach – einerseits einer der anstrengendsten Trainings die es gibt, aber auf der anderen Seite auch eine der unvergesslichsten Erfahrungen die man als Kampfsportler vermutlich machen kann.

Ein typischer Trainingstag in Thailand besteht aus einer Trainingseinheit am frühen morgen, noch vor dem Frühstück und einer Trainingseinheit am Nachmittag. Eine Trainingseinheit dauert für gewöhnlich zwischen 1,5-3 Stunden, je nach Thaiboxcamp. Man trainiert von Montags bis Samstags. Sonntag ist meist Ruhetag. Wenn man „nur“ Campbesucher und nicht professioneller Kämpfer ist, sucht man sich aber natürlich aus, wie oft und wann man trainieren möchte – man wird nirgendwo gezwungen genauso hart wie ein professioneller Kämpfer zu trainieren! Also bitte keine Angst davor.

Eine klassische Trainingseinheit besteht in der Regel aus:

* 15-30 Minuten laufen und/oder Seilspringen
* Stretching der wichtigsten bzw größeren Muskelgruppen
* 20-30 Minuten Schattenboxen und Techniktraining
* ca. 5 Runden Training am Sandsack
* ca. 3 Runden Pratzentraining mit einem thailändischen Trainer
* 3-5 Runden Box-, Thaibox- oder Clinchsparring (nicht unbedingt jeden Tag und oft auch erst für Fortgeschrittene)
* Krafttraining: Sit ups, push ups 100-300 mal pro Trainingseinheit und auch andere Übungen mit variierender Widerholungszahl – hängt vom Thaiboxcamp ab.
* Cool down: erneutes Stretching, eventuell leichtes Schattenboxen oder das erneute Üben einzelner Techniken am Sandsack (Fauststöße, Ellbogentechniken, Frontkicks, Roundhouse Kicks…)

Die Trainings am Morgen und Nachmittag unterscheiden sich in den Thaiboxamps meist nur in wenigen Details, wenn überhaupt. Man kann also wenn man keine Lust hat zwei mal pro Tag zu trainieren getrost eine Einheit weglassen und nur einmal pro Tag trainieren ohne allzu viel zu verpassen.

Anmerkung: Achte unbedingt darauf viel und regelmäßig zu trinken (eventuell auch etwas Salz ins Wasser geben, für den Elektrolythaushalt) und dich immer nur graduell zu steigern – unterschätze die Hitze in Thailand nicht! Du wirst dich erst daran gewöhnen müssen, bis du wieder wie in deinem Heimatland mit voller Leistung trainieren kannst. Du wirst mindestens eine Woche, wenn nicht sogar etwas länger brauchen, um dich zu akklimatisieren. Rechne diese Zeit immer mit ein.

Eine beispielhafte Kostenaufstellung


Transport und Unterkunft

1. Flug – 500-750 €
2. Taxi, Motorrad, BTS, MRT etc – mindestens 50-60 € je nachdem für welches Transportmittel man sich entscheidet und wie oft man fährt
3. Wohnung, Zimmer, Haus – mindestens 250-300 € aufwärts
4. AirbnB Unterkünfte in Bangkoks Innenstadt kann man bereits ab 10 € pro Tag mieten

Essen und Ausgehen

1. Essen – je nachdem was man isst und wo man einkauft, können die Preise erheblich variieren. Ernährt man sich überwiegend von Thai food kommt man mit ca. 200 € pro Monat gut rum, kauft man viel in Supermärkten statt Wochenmärkten und viele ausländische Sachen, kommen viele Ausgaben hinzu.
2. Bar und Discobesuche – man lässt pro Besuch erfahrungsgemäß mindestens 1.000-1.500 THB (ca. 30-40 €) dort, je nachdem wo man feiern geht.
4. Ein Kinobesuch – kostet in größeren Kinos in der Regel 10-15 €
5. Thaiboxkampf anschauen in größeren Thaiboxstadien wie Lumpinee oder Radjadamnern – kommt auf die Plätze und manchmal auf den Kampf an, aber kosten in der Regel ca. 27-54 €

Weiteres

1. Training – ab 6.000 THB (ca. 150 €) im Monat, variiert je nach Gym – es gibt aber auch Wochenmitgliedschaften (um die 30-40 € meistens) und Walk in trainings für um die 300-500 THB (8-14 €) pro Tag und viele weitere flexible Angebote. Auch hier unterscheiden sich die Preise von Gym zu Gym und von Stadt zu Stadt.
2. Reiseversicherung, z.B. HanseMerkur ab 8 € je nach Versicherungsart. Für Langzeitreisende um die 60 € monatlich
3. Inlandsflüge – ab 1000 (ca. 27 €) je nach Saison und Fluggesellschaft

Muay Thai Camps im Überblick

Bangkok


Die millionenmetropole Bangkok (Thai: Krung Thep Maha Nakhon) hat ungefähr 8 Millionen Einwohner und ist seit 1782 Thailands Hauptstadt. Es gibt in Bangkok zur Zeit über 200 Thaiboxcamps, die großzügig in der ganzen Stadt verteilt sind…

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Phuket


Phuket ist eine der beliebtesten Inseln Thailands und befindet sich im Südwesten des Landes. Sie ist eine der bekanntesten Zielorte für Taucher, Surfer, Fitnessbegeisterte aber vor allem engagierte Thaiboxer aus allen Ecken der Welt.

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Pattaya


Pattaya befindet sich direkt am Meer ungefähr zwei Fahrtstunden mit dem Auto von Bangkok entfernt. Diese Stadt und ist eine der beliebtesten Städte Thailands für Touristen, die sich in permanent im Lande niederlassen wollen.

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Chiang Mai


Chiang Mai ist die größte und unter Thailandentdeckern beliebteste Stadt im Norden Thailands. Sie wird von vielen Expats bevorzugt, da die Lebensunterhaltskosten hier niedrig sind, das Klima etwas angenehmer ist und man hier authentische thailändische Kultur erleben kann, da Chiang Mai keine klassisches Touristenhochburg ist.

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