Taekwondo und seine Entstehungsgeschichte

Patrick MüskerOff topic, Uncategorized0 Comments

Taekwondo und seine Entstehungsgeschichte

Taekwondo gehört sicherlich zu den bekanntesten Kampfsportarten weltweit. Dieser Status ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass die koreanische Kampfkunst neben dem japanischen Judo der einzige weitere Kampfsport aus Asien auf den olympischen Sommerspielen ist. Besonders charakteristisch für den Sport sind die vielfältigen, spektakulären und Kopf hohen Tritttechniken, die die Athleten blitzschnell wie ein Trommelfeuer aus allen möglichen Positionen abfeuern können. Doch wie alt ist dieser Kampfsport eigentlich und wie entstand dieser?

Die Anfänge des Taekwondo

Anfang 1945 und kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges eröffneten in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul neue Kampfkunstschulen mit dem Namen kwans관 (bedeutet Halle, im Chin. guan 馆). Die Schulleiter und Instruktoren hatten alle Erfahrungen in den japanischen, chinesischen und koreanischen Kampfkünsten. Die verschiedenen Kampfkünste waren der Unterrichtsinhalt dieser kwan-Schulen zwischen den 1940ern und 1950ern. Taekwondo galt zu jener Zeit als Sammelbegriff für die Kampfkünste. Ein bekannter Meister und Lehrer waren unter anderem General Choi. Er verband Elemente aus dem Karate und den chinesischen Kampfkünsten mit aus den koreanischen Kampfkünsten stammenden Traditionen wie dem Taekkyeon, Suba und Gwonbeop.

Der Begriff Taekwondo hatte sich damals noch gar nicht als eigene Kampfkunst etabliert und jede Schule unterrichtete ihren jeweils einzigartigen Kampfkunststil. Das mehr oder weniger existente Taekwondo wurde zur selben Zeit auch vom südkoreanischen Militär übernommen, was für einen ansteigenden Bekanntheitsgrad unter den zivilen Kampfkunstschulen sorgte.

Eine Einheit

Nach einer Kampfkunstdemonstration des Militärs im Jahr 1952 drängte der südkoreanische Präsident Syngman Rhee darauf, die Stile der kwan-Schulen zu vereinen. Folglich stieß zu Beginn des Jahres 1955 der Vorsitzende der kwan-Schulen die Diskussion um die Möglichkeit eines einheitlichen Stils der koreanischen Kampfkünste an. Zunächst gebrauchte man den Namen Tae Soo Do, um diesen einheitlichen Stil zu beschreiben. Er lässt sich aus den traditionellen koreanischen Schriftzeichen hanja wie folgt ableiten: 跆 tae „stampfen, treten“; su 手 „die Hand“ und 道 do „der Weg“.

Choi Hong Hi schließlich verwendete den uns heute bekannten Begriff des Tae Kwon Do, in dem er das Wort für Hand gegen 拳 kwon austauschte. 1959 entstand die Korea Taekwondo Association (KTA), die sich die Vereinheitlichung der koreanischen Kampfkünste als primäres Aufgabenziel setzte. Sieben Jahre später verließ Choi Hong Hi die KTA. Er gründete die International Taekwondo-Federation (ITF) und etablierte seinen eigenen Taekwondo-Stil.

General Choi Hong Hi

Eine Kampfkunst – zwei Systeme

Allerdings verkomplizierten die politischen Entwicklungen des kalten Krieges in den 1960ern und 1970ern die Aufnahme des ITF-Stils als einheitlichen Stil. Die Regierung Süd-Koreas wollte die Einflüsse Nord-Koreas im Bereich der Kampfkünste vermeiden. Gegenteilig suchte Choi Hong Hi Unterstützung in allen Landesteilen, inklusive Nord-Korea. Als Antwort distanzierte sich Südkorea im Jahr 1973 von der ITF und Choi leitete diese als unabhängige Vereinigung (Federation) weiter. Er ging nach Toronto in Kanada und gründete dort den Hauptsitz, wo Choi Hong Hi den ITF Stil weiterentwickelte. 1987 veröffentlichte er die Enzyklopädie des Taekwondo. Nach seinem Rücktritt unterteilte sich die ITF im Jahr 2001 und nochmals im Jahr 2002. Damit gibt es insgesamt 3 Verbände, die heute alle unter demselben Namen agieren.

Die Geburt des World Taekwondo

Im Jahr 1973 gründete das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus der südkoreanischen Regierung das Kukkiwon als neue Taekwondo-Akademie. Das Kukkiwon übernimmt seit dem die Aufgaben, die zuvor das KTA vertrat. Im selben Jahr stießen das KTA und das Kukkiwon die Gründung der World Taekwondo Federation (WTF – 2017 in World Taekwondo umbenannt) an, um Taekwondo als internationalen Sport bewerben zu können. WT Wettkämpfe repräsentieren ausschließlich den Kukkiwon-Stil. Aus diesem Grund wird der Kukkiwon-Stil nicht selten als WT-Stil-Taekwondo, Sportstil-Taekwondo oder Olympiastil-Taekwondo betitelt.

Taekwondo ist seit dem Jahr 2000 neben Judo die zweite asiatische Kampfkunst, die auf den Olympischen Spielen präsent ist. Heute existiert eine Anzahl verschiedener Taekwondo-Stile und Nischenstile. Diese stehen unter einem Dachverband , der den Stil genauer definiert. Am deutlichsten unterscheiden sich die Stile in den drei Bereichen Form (hyeong 형, pumsae 품새, teul 틀), in den Regeln für den Freikampf und der Philosophie.

 

 

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